D 68 Programm PIANO PM 50

Ein Piano Sample besteht bei einem Rom Player aus der Anschlagsphase und der Loop Phase.Beim LE ist die nschlagsphase gegenueber anderen Synthesizern recht kurz. Weiterhin enthält die Sample Bibliothek nur ein einziges Multisample. Der Pianosound des Triton LE wird daher eher als mittelmaessig eingestuft. Mit einigen Optimierungsarbeiten kann jedoch auch am LE ein guter Pianosound realisiert werden.

Optimieren der Hüllenkurve :
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Die Lautstaerke Hüllenkurve bildet die Basis eines natuerlichen Pianoklanges. Leider wird dieser relativ einfachen Aspekt der Klavier-Programmierung gerne unterschätzt. Viele Piano Programme weisen daher eine unnatürliche EG Hüllenkurve auf.

Bei einem ROM Player stellt sich die Aufgabe die Hüllenkurve der Anschlagsphase in der Loop Phase natürlich fortzusetzen. Bei einem echten Piano folgt Hüllenkurve der Lautstaerke etwa einer exponentiell abnehmenden Funktion.

Dabei ist die Zeitkonstante der Exponentilafunktion sehr stark von der Tonhoehe abhängig. Tiefe Piano Töne klingen länger als hohe Piano Töne. Abb.1 zeigt zunächst die Hüllenkurve das LE Pianosample jeweils von der Note C über die gesamte Tastatur
Die Darstellung ist linear.
( INIT PROGRAMM, alle Diagramme auf -0.5 dB normiert )

Abb.1

Fuer tiefe Töne weisen die Samples erwartungsgemäss eine längere Attack Phase auf. Der Einsatzzeitpunkt der Loop Hüllenkurve muss also abhaengig von der Tonhöhe gewaehlt werden. Warum Loop Hüllenkurve ? Die Abbildung 1 zeigt, dass das Sample in der Attack Phase bereits eine geeignete Hüllenkurve aufweist. Es muss also anders als bei analogen Synthesizern eine verzoegerte Hüllenkurve verwendet werden. Lediglich in der Loop Phase muss eine geeignete Hüllenkurve hinzugefügt werden.

(Weiterhin zeigt Abb.1, dass die Amplitude beim Einsatzpunkt der Hüllenkurve mit zunehmender Tonhöhe sinkt.)


IMPLEMENTATION 1
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Optimieren des Loop EG Einsatzpunktes

Mit welcher Taste anfangen ?
Bei meinem Triton LE Piano Programm werden tonhoeheabhaengige Parameter über die AMS Funktion implementiert. Bei den AMS Parametern ist für die Modulationsquelle NOTE NUMBER der Notenwert C4 ein invarianter Punkt. D.h. dieser aendert sich fuer AMS NOTE NUMBER Modulationen nicht. Quasi der Angelpunkt dieser Modulation.

Bestimmen wir daher zunaechst fuer den Notenwert C4 ! einen günstigen Einsatzpunkt des Loop EG ! Der verzögerte Einsatz des EG laesst sich einfach durch eine nicht wahrnehmbare Decay Phase, z.B. vom Level= 99 auf Level=97 realisieren. Die Decay Time dieser Phase ist dann die Verzoegerungszeit für unseren LOOP EG. Wir setzen zunaechst alle Huellenkurvenamplituden nach der Verzoegerungsphase auf 0 um das Ergebnis optisch und akustisch kontrollieren zu koennen.
Die Vorgehensweise wird über den entgültigen EG Verlauf in Abb.2 nochmals verdeutlicht. Abb.4 zeigt zunaechst drei Beispiele für die Suche eines günstigen Einsatzzeitpunktes des LOOP EG für C4
LEVEL 99 97 00 00
TIME : 55/67/75 00 00 00 Abb.2

Die Decayzeit A=66-67 stellt fuer C4 beim Triton LE einen optimalen verzoegerten Einsatzzeitpunkt fuer den EG des Piano Samples dar !

Verändern der Verzögerungszeit über NOTE NUMBER

Die Verzoegerungszeit lässt sich im AMP EG über den Parameter:
TIME AMS1 = NOTE NUMBER
nun über die Tonhöhe verändern. Die Verzögerungszeit 66 ist dabei günstiger als 67.
In den hohen Lagen ist die Zeit noch etwas zu lang.
Dies laesst sich mit dem zweiten Time Modulationsparameter korrigieren. Damit die Zeit Verkuerzung nur auf die hohen Tasten wirkt, habe ich den FILTER KEY TRACK dafuer verwendet. Hier die entgültigen Werte:

TIME MOD  
AMS 1 : Note Number I : +6 A- D- S- R 0
AMS 2 : Flt KT 0/+ I: -50 A- D- S- R +


Im Menü FILTER wurde dazu das FILTER KEY TARACK wie folgt gewählt:
HIGH: C5 -30 INTENSITY 50
(Der Wert ist auch später für das Filter selbst günstig)
Abb3. zeigt nun die damit erreichten Verzögerungen für alle C:

Abb3

Für C2 koennte die Zeit kürzer sein, man kann dies durch AMS1:I= +5 statt +6 erreichen.

EG für die Loop Phase, Sustain

Für den EG in der Loop Phase verbleiben noch 2 Parameter: Der Break und Sustain Level. Ist es sinnvoll den Break Level zu benutzen ? Wenn der Hullkurvengenarator linar waere ja. Abb.4 zeigt eine Sinusschwingung, die mit der Hüllenkurve des LE moduliert ist. Alle Abläufe der Hüllkurve sind also exponentiell und nicht linear ! In Abb4. ist zusätzlich dargestellt was passiert, wenn man einen Breaklevel in der Abklingphase einbaut.

Abb.4

Der break Level ist für das Piano in der Regel also auf 0 zu setzen. Es bleibt lediglich moch die Aufgabe passende DECAY TIME und RELEASE TIME WERTE zu finden. DECAY=87 und RELEASE=61 sind recht gute Werte. Der auftretende Höcker liegt in der Attack Phase des Samples und wird noch für die Anschlagdynamik nützlich sein. (Die Decay Zeit haben wir bereits über TIME MOD AMS1 und AMS2 tonhöhenabhängig eingestellt.)

Abbildung.5 zeigt das Zwischenresultat:

Abb.5

Bass und Höhen werden mittels Key Tracking angehoben:
LOW D3 +10 HIGH G5 +5

Anschlagdynamik

Neben der Anschlagdynamik für die Gesammtlaustärke, laesst sich im EG über LEVEL MOD AMS Velocity auch eine Anschlagdynamik alleine fur den Peak der Attack Phase einstellen. Dazu wird zunaechst der Start Level unter ! den Attack Level gesetzt. START=80 ATTACK =99
Der Start Pegel nun über die LEVEL MOD AMS anschlagabhängig gemacht.

LEVEL MOD
AMS: Velocity
I: +35 S:+ A:0 B:0

Abgerundet wird die Anschlagdynamik durch einen Sample Offset fuer Velo Werte unter 55 im Basic Menü.

Abb.6

 

FILTER

Im Filter wird die Decay Phase ebenfalls verzoegert eingesetzt. Decay- und Sustain Zeit jedoch laenger gewählt als im AMP EG.
DECAY TIME =90. SUSTAIN TIME=90
Das Filter wird fuer tiefe Toene mehr geöffnet und für hohe Töne mehr geschlossen.

INTENSITY 50
LOW  C4 +50
HIGH: C5 -30

Ein zweiter Oscillator verleiht dem Sound mehr Druck. OSC1 und OSC2 sind im Panorama links und recht verteilt.
PAN=74 und PAN=54
Beim zweiten Oscillator ist das Filter etwas weiter geschlossen. Über Note Number werden dem Filter in den Bässen etwas Resonanz hinzugefügt.

EFFEKTE

IFX
Als INSERT EFFEKT wird der 7 Band Grafik EQ verwendet. Im MAIN EQ werden nochmals Bässe Mitten und Höhen leicht angehoben. Bässe und Höhen können auch mit Knob 1 und Knob 2 nachgeregelt werden.

MFX 1
Als Main Effekt 1 wird der Stereo Harmonic Chorus verwendet um die Loops etwas zu verdecken. Die Chorus Modulationsfrequenz ist NOTE NUMBER abhaengig. Der Effekt kann mit Knob 3 geregelt werden

MFX 2
Zur Simulation von String Resonanzen wir der Platten Hall mit einer langen Nachhallzeit verwendet. Der Effekt wird beim Drücken des Haltepedals verstärkt. (Oder auf Knob 3 legen)

Mit Knob 4 und SWITCH 2 kann schliesslich noch die Intensitaet der Filter nachgeregelt werden. SWITCH 1 transponiert das Piano um eine Oktave nach unten.

KLANGBEISPIEL